Den Pagebuilder von Joomshaper angeschaut

Joomla! Pagebuilder

In meinem letzten Jahresrückblick habe ich darauf hingewiesen, dass Pagebuilder wie Jimdo & Co. den CMS immer mehr den Rang ablaufen. Man kann diese Entwicklung nicht aufhalten. Über die Weihnachtstage habe ich die Zeit genutzt, um zu schauen, was für Pagebuilder es denn bei Joomla! gibt.

Über den Pagebuilder von Yootheme Pro habe ich bereits berichtet und auch ein Video gemacht. Heute soll es um den Pagebuilder von Joomshaper gehen.

Allgemeines zum Joomshaper-Konzept

Die Jungs & Mädels von Joomshaper sind in der Joomla!-Welt keine unbekannten. Auch der Joomla! Pagebuilder von Joomshaper ist nicht neu. Den gibt es schon seit 2016. Die aktuelle Version ist schon die dritte Generation davon. Unter der Haube werkelt neben dem Joomla! CMS das HELIX Template Framework. Dieses wurde für das Zusammenspiel von Template und Pagebuilder-Funktionen optimiert.

Man kann die Joomshaper Templates nach wie vor unabhängig vom Pagebuilder betreiben, so wie man das jahrelang gewohnt war oder man kann neu den Pagebuilder für jedes Template aktivieren oder via Pagebuilder komplette Seitenlayouts importieren. Das Resultat am Schluss ist immer das gleiche, nur die Herangehensweise ist anders.

Funktionsweise

Der Pagebuilder erinnerte mich sofort an den Elementor, den ich hier auf der Website verwende. Die Anordnung der Werkzeuge, die Handhabung der Inhalts-Blöcke. Das Speicher- und Darstellungsverhalten.

Es brauchte praktisch keine Einarbeitungszeit. Man versteht auf Anhieb, wie der Workflow gedacht ist. Sehr intuitiv und man erzielt schnell das gewünschte Resultat.

Der Joomshaper Pagebuilder spricht aus meiner Sicht mehrere Gruppen von Anwendern an:

  • Die Designer, die selber Inhalte, Farben und Formen platzieren wollen ohne programmieren zu müssen.
  • Die Anwender, die sich komplette Layouts fixfertig in die Seite laden wollen. Hierfür braucht es nicht mal mehr ein Designer.
Die Arbeit reduziert sich immer mehr auf die Content-Erstellung. Die passenden Bilder, sauber formulierte und ansprechende Texte, Suchmaschinenfreundlichkeit und Vernetzung in den Social Media Kanälen.

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Besonderheiten

Dass man mit dem Joomshaper Pagebuilder schöne Sites bauen kann, hat jetzt wohl jeder verstanden. Doch ich habe noch mehr entdeckt. So unterstützt das Template die Opengraph Semantik. D.h. es bringt die notwendige Meta-Struktur für Facebook, Twitter und Co. im Site-Content gleich mit. Sofern man das sauber pflegt, hat man hier schon viel für seine Social-Reichweite gemacht. 

Die Integration von Schriften und/oder Symbolen (z.B. Integration von Fontawesome 5) ist im Pagebuilder von Joomshaper ein Kinderspiel.

Es braucht nur ein Klick in den Einstellungen des Pagebuilders und schon hat man hunderte Icon-Symbole zur Verfügung. Zudem bringt Joomshaper auch eine Integration vom CCK K2 mit. So kann man auch mit K2 das Frontend-Edit so anwenden, wie mit dem CMS eigenen Artikelmanager. 

Wie oben angetönt, liefert Joomshaper nebst den konventionellen Fertig-Templates auch vorgefertigte Inhaltsblöcke. Diese können an beliebiger Stelle innerhalb des Seitenlayouts platziert werden. Auch hier braucht es nur ein paar wenige Klicks und Drag & Drop an die richtige Position und schon steht der Inhalt an der richtigen Stelle.

Dank dem Umschaltknopf in der Werkzeugleiste links unten, kann man zwischen der Desktop- Tablet oder Telefonansicht hin und her wechseln. Die Anpassungen in Schriftgrösse, Innen- oder Aussenabstand der Objekte kann je nach Layout einzeln angepasst werden, was das Optimieren der Responsivität enorm erleichtert.

Ich denke am besten probierst du es gleich selber aus. Denn dieser Artikel kann dir nicht ansatzweise das bieten, was du mit selber Testen herausfinden kannst.

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Ist das die Zukunft des Webdesigns?

Ob das schon das Ende der Fahnenstange beim Webdesign ist, kann ich nicht sagen. Aber ich denke, dass es immer mehr in diese Richtung gehen wird. Der Code und die Struktur rücken immer mehr in den Hintergrund. Das Erstellen der richtigen Inhalte rückt in den Fokus. Das finde ich auch richtig so.

Es kann im 2020 nicht sein, dass eine Person oder Unternehmen eine geniale Idee oder Produkt hat und dann am Umsetzen einer brauchbaren Website scheitert. Das ist der Grund, warum Jimdo und Wix so schnell gewachsen sind. Die Startups haben keine Lust, ihr hart erarbeitetes Geld in eine Website zu stecken. Ich denke, dass Joomshaper da genau in die richtige Kerbe schlägt und ich sehe in diesem Modell eine grossartige Zukunft.

Wie schon im Rückblick erwähnt, sollten konventionelle Agenturen sich über ihr Geschäftsmodell Gedanken machen. Dieser Entwicklung auch Rechnung tragen. Die Zeiten, in denen man den Kunden aufwendig und individuell programmierte Templates anbieten konnte, sind bald vorbei.

Dafür rücken Agenturen, die es verstanden haben, Produkte und Inhalte ansprechend zu präsentieren, immer mehr in den Vordergrund. Es braucht Kampagnen-Denker. Social-Media, SEO und Content Marketing bekommen eine immer grösser werdende Bedeutung. Wer da mit Template-Programmieren stehen bleibt, wird sich neu orientieren müssen. 

Wie siehst du das? Setzt du du selber schon Pagebuilder ein? Welche nutzt du? Was sind deine Erfahrungen mit deinen Kunden? Schreib mir ein Kommentar, wie du darüber denkst.

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4 Antworten

  1. Dieser Pagebuilder war für mich der (Wieder-)Einstieg ins “Websitebauen”.
    Verwende ihn jetzt schon seit mehreren Jahren, und eigentlich gibt es nur zwei Dinge, die mich an ihm stören.

    Zum einen produziert er teilweise Code, der ziemlich mit dem des hauseigenen Helix Template-Frameworks „verwurstet“ ist und daher unschön mit diversen Templates interferiert, d.h. sobald irgendetwas mit dem SP Pagebuilder Erstelltes (egal ob als eigene Page oder als mit dem SPPB editierter Joomla-Artikel) auf der Seite vorkommt ist beispielsweise das Menü seltsam “verhackstückt”.

    Passierte mir zwar auch mit zwei weiteren Pagebuildern (Quix und der von Joomlashine), und man kann es zwar mit einigem CSS Gebastel wieder „hinbiegen“, aber es nervt halt bisweilen doch enorm, und daß es anders geht, sieht man ja daran, dass diverse andere Pagebuilder (OK, die könne meist weniger) mit denselben Templates bestens funktionieren.

    Den zweiten Kritikpunkt teilt er sich ebenso mit mehreren (aber eben nicht allen) weiteren Pagebuildern, nämlich daß er einen eigenen „Inhaltsbereich“ in Joomla aufbaut, und das sogar für damit erstellte Artikel.

    Einige andere Pagebuilder verpacken den mit ihnen erstellten Content hingegen „richtig“ in Form von shortcodes in Joomla Artikel, und dadurch ist dann beispielsweise auch die Nutzung der Artikel-History zur Versionierung möglich.

    Eine Versionierung gibts im SPPB hingegen GAR NICHT, einmal gespeichert und dabei etwas „zerschossen“, und das war’s dann, es sei denn man hat vorher manuell die alte Version gesichert, per Export oder indem man eben zunächst nur an einer Kopie arbeitet.

    Mein SPPB Abo läuft demnächst aus, bin daher momentan dabei, mehrere andere Pagebuilder auszuprobieren, gerade auch aus der Perspektive eines „click&build“-Nutzers, und eben was die Verträglichkeit mit verschiedenen Templates/templateframeworks angeht.

    1. Danke Endehar für diesen ausführlichen Bericht. Das ist natürlich sehr hilfreich, um sich ein Bild zu machen.
      Gegenüber Shortcodes bin ich vorsichtig. Für mich ist es wichtig, mich nicht in Abhängigkeit eines Produktes zu bringen. Stell dir vor, du wechselst deinen PB und deaktivierst das Plugin. Dann sind auf einem Schlag alle Shortcodes ungültig, resp. werden dann irgendwie als {sppb-content} angezeigt. Dann viel Vergnügen bei Search & Replace.
      Schreib mir wieder, wenn dein Entscheid gefallen ist und was es nun geworden ist.

  2. Danke für den guten Bericht. Ich bin auch der Meinung dass das Ziel/Hauptaugenmerk auf “optimal aufbereiteten Content” und nicht auf die Erstellung von Templates liegen soll. Joomlashine bietet unter “https://www.joomlashine.com/de/joomla-extensions/jsn-pagebuilder.html” auch eine Pagebuilder für Joomla an. Ein Vergleich der verschiedenen Pagebuilder wäre informativ…

    1. Hallo Ernst, danke für dein Kommentar und den Joomlashine Hinweis. Den hatte ich auch schon ausprobiert, war mir aber damals zu schwerfällig… Kann gut sein, dass das inzwischen besser geworden ist. Die Idee mit dem Vergleich ist sicher spannend. Müsste nur geeignete Kriterien finden, welche die Pagebuilder untereinander vergleichbar machen. Darin sehe ich noch eine grosse Challenge, das einigermassen «fair» hinzubekommen.

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