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Joomla! feiert sein 15-jähriges

Joomla wird 15 Jahre alt

Es ist nicht so einfach, ein genaues Geburtsdatum von Joomla! festzulegen. Nimmt man den Tag, an dem sich die Entwickler in einem offenen Brief an die Community wandten und den Fork von Mambo beschlossen haben? Oder nimmt man den Tag vom ersten Release von Joomla! 1.0.0? Irgendwann zwischen Mitte August und Mitte September 2005 war das Joomla! Projekt geboren. Am Anfang hatte man nur den Namen aber noch kein Logo oder Claim. Dem Team war es wichtig, so schnell wie möglich einen ersten, eigenen Release unter neuem Namen zu veröffentlichen.

Angetrieben von der Vision, ein Community-Getriebenes CMS Projekt zu realisieren, hat man in den ersten Jahren einen enormen Schub erlebt. Sei das bei der Weiterentwicklung, beim Zuwachs neuer Nutzer oder Drittanbieter-Erweiterungen und Templates die ihr komplettes Business-Modell auf Joomla! ausgerichtet haben. 

Es entstanden lokale Communitys (JUGs) und man traf sich einmal im Jahr national und sogar international zu gemeinsamen Events. Gekrönt wurde der Erfolg von verschiedenen Auszeichnungen und das Projekt genoss weltweite Beachtung. Auch Joomla!Info, damals unter dem Namen Joomla!News unterwegs, hat schon von Anfang an über Joomla! berichtet.

Von 2005-2008 kannte das Projekt nur eine Richtung, nach oben. Mit dem Entscheid 2009 die Versionen in eine LTS (Longterm-Support) und STS (Shortterm Support) zu splitten, gab es erste Unruhen im Projekt und leise Stimmen, die das Vorgehen kritisierten. Im 2014 wurde das LTS/STS Konzept gekippt.

Bei all diesem Majorversions-Wechsel hat das Projekt so richtig viele Nutzer verloren. Weitere Nutzer verabschiedeten sich bei der Migration von 2.5 auf 3. Zumal WordPress immer beliebter wurde und selber eine lückenlose Update-Politik, ohne umständliche Migrationen, im Angebot hatte.

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Auch bei meinen Lesern bemerkte ich diese Entwicklung. Anfänglich hatte joomlanews.ch mehr als Tausend Besucher am Tag. Ab 2012 nahm die Zahl stetig ab und hat sich heute bei rund 100 Besucher pro Tag eingependelt. Werbeeinnahmen und Leseabos tendieren gegen null. Kooperationen gestalten sich immer schwieriger, weil viele der mir bekannten Entwickler zu anderen Systemen abgewandert sind.

Obwohl das Projekt immer kleiner wird, hat sich das Projekt in den vergangenen Jahren einen riesigen Verwaltungsapparat zugelegt. Allein die ganzen DC (Departements-Koordinatoren) und das OSM-Board (Vorstand) sind zusammen 13 Personen. Sie alle sollen sich um das Verwalten des Projekts kümmern. Sie müssen regelmässig im Amt bestätigt/wiedergewählt werden. Auf der Mitarbeiter-Website sind aktuell über 50 verschiedene Teams und Arbeitsgruppen sowie rund 250 registrierte Freiwillige zu finden.

Joomla scheint sich momentan zu Tode zu administrieren. Im Unterschied zu den Gründervätern, haben die Personen, die dieses Projekt im Moment verwalten, keinen Plan oder Vision, wohin die Reise gehen könnte. Die einen wollen ein Agentur-CMS draus machen, andere wiederum ein CMS für jedermann. Gerade das letzte Treffen diesen Frühling hat gezeigt, dass viel zu viele Köpfe, viel zu viele unterschiedlichen Ideen und Konzepte haben.

Stattdessen wählt man immer wieder die gleichen Leute in diese Ämter. Mal sind sie im Marketing, dann als Vize-Präsident oder Kassier tätig. Dann sind sie wieder weg. Andere kommen und gehen dann wieder, kommen dann wieder zurück usw. Es fehlt schlicht an jungen, frischen, innovativen und kreativen Leuten und Ideen.

Seit 2013 arbeitet und redet man von Joomla! 4. Wenn wir Glück haben, bekommen wir bis zum Ende dieses Jahres den stabilen Release. Ich hoffe, dass Joomla! 4 zu einem Befreiungsschlag für Joomla! wird und man wieder neue Nutzer hinzugewinnen kann. Auch von Joomla! 3 auf 4 wird es eine Migration geben. Schwierig abzuschätzen, wie viele diesmal abspringen werden.

Hoffen wir, dass Joomla! schnell aus seiner Pubertät-Phase rausfindet und sich entsprechend weiterentwickelt und erwachsen wird.

Alles Gute zum 15, Joomla! und ich wünsche dir, dass deine besten Tage erst noch kommen werden. «The best is yet to come!»

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Bildquelle: Rahel Daniel

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